Tipps für Teilnehmer

Nur keine Angst – wer gerne liest, kann meist auch gut vorlesen. Mit dem richtigen Text, etwas Übung und ein paar Tipps und Tricks gelingt der Auftritt bestimmt.

  • Text aussuchen

    Du kannst den Vorlesewettbewerb nutzen, um deine Lieblingsbücher vorzustellen oder neue zu entdecken.

    Beachten musst du dabei nur:

    • Lies aus einem Roman vor, am besten aus einem Kinder- oder Jugendbuch, das dich interessiert und begeistert und das deinem Alter angemessen ist. Nicht erlaubt sind Gedichte, Schulbücher, Theaterstücke, Dialektgeschichten sowie von dir veränderte oder selbst verfasste Texte. Nur Bücher sind erlaubt (gedruckt oder digital), keine Kopien, lose Blätter oder Einzelseiten.
    • Wenn du einen E-Book-Reader benutzt, muss das E-Book ein Original sein. Kopien und Auszüge sind nicht erlaubt. Und Achtung: Wenn technische Probleme mit dem Gerät auftreten, z.B. ein leerer Akku, ein Systemabsturz o.ä., kann dein Vortrag unter Umständen nicht gewertet werden.
    • Wer weiterkommt, muss in jeder folgenden Runde aus dem Buch eines anderen Autors vorlesen. Auch Titel aus der selben Reihe oder Serie dürfen nicht zweimal gewählt werden, selbst wenn sie von unterschiedlichen Autoren verfasst sind.
    • Wähle den Textausschnitt so, dass du etwa drei Minuten lang liest. Der Abschnitt sollte in sich verständlich sein, auch für Zuhörer, die das Buch nicht kennen.
    • Falls du Büchertipps suchst, lass dich in einer Buchhandlung oder Bibliothek beraten oder frage Freunde und Bekannte! Besondere Buchempfehlungen stellen wir in den Lesetipps vor. Wenn du wissen willst, welche Bücher in den letzten Jahren besonders häufig vorgelesen wurden, schau in den Buchhits nach.
  • Üben und vorbereiten

    Wichtig ist vor allem, dass du ein Buch und einen Ausschnitt wählst, der den Kriterien entspricht und der dir gefällt. Du solltest das ganze Buch und deine Textstelle gut kennen. Außerdem kannst du üben, Texte vorzulesen, die du noch gar nicht kennst.

    • Probiere vorher aus, ob du deinen Textabschnitt in der vorgegebenen Zeit vorlesen kannst. Auf die Sekunde genau muss es zwar nicht sein, aber es wäre schade, wenn die Jury unterbrechen müsste, bevor du deine vorbereitete Passage zu Ende lesen konntest.
    • Studiere den Text nicht allzu sehr ein! Gut vorlesen bedeutet nicht, übertriebene schauspielerische Darbietungen vorzuführen; ebenso wenig wie auswendiges Abspulen von Sätzen. Entscheidend ist, dass du deinen Textabschnitt flüssig beherrschst, die richtige Betonung findest und möglichst ungekünstelt die Atmosphäre der Geschichte vermitteln kannst.
    • Bevor du mit dem Vorlesen beginnst, nenne Autor und Titel deines Buches und erkläre kurz wovon es handelt, damit das Publikum die Zusammenhänge in deinem Textabschnitt versteht. Dass du das Buch vollständig gelesen hast, wird natürlich vorausgesetzt.
  • Gut vorlesen

    Beim Wettbewerb liest du den Text vor, den du selbst ausgewählt und vorbereitet hast. Zuvor nennst du Titel sowie Autor deines Buches und erklärst kurz, worum es darin geht. In den meisten Entscheiden liest du außerdem einen Fremdtext vor, den du noch nicht kennst.

    Die Bewertungskriterien beim Vorlesewettbewerb sind:

    • Lesetechnik, das heißt, sicher und flüssig vorlesen, mit deutlicher, gut verständlicher Aussprache, angemessenem Tempo und sinnvoller Betonung.
    • Interpretation, hier wird bewertet, ob du die Stimmung des Textes erfassen und an das Publikum weitergeben kannst. Dazu gehört, dass du dich in das Geschehen hineinversetzt und es überzeugend zum Ausdruckbringst. Damit ist nicht gemeint, einen Text auswendig einzustudieren oder schauspielerisch zu übertreiben.
    • Textauswahl (nur beim Wahltext, den du vorher kennst). Hier geht es darum, dass du einen passenden Textausschnitt ausgewählt hast, dessen Anfang und Ende das Publikum verstehen kann.

    Die Jury achtet auch darauf, dass du die Lesezeit von gut drei Minuten nicht überziehst.

    “Gutes Vorlesen ist eben, wenn sich keiner langweilt“ – sagt ein Profi, der es wissen muss. Rufus Beck, einer der bekanntesten Hörbuchsprecher, verrät euch seine speziellen Vorleseregeln, hier als pdf:
    Tipps zum Vorlesen von Rufus Beck

  • So reißt du die Zuhörer mit

    Gutes Vorlesen heißt, eine Geschichte für das Publikum zum Leben zu erwecken. Das geht am besten, wenn du entspannt und konzentriert bist und in den Text eintauchst.
    Wenn du nervös bist, nimm dir Zeit, um tief durchzuatmen oder einen Schluck Wasser zu trinken. Lies nicht zu schnell – das Publikum soll dir ja folgen können.
    Versetze dich in die Stimmung des Textes und in die Personen der Handlung hinein. Wenn du dich selbst vom Text mitreißen lässt, wird es dem Publikum genauso gehen.

  • Lampenfieber?

    Das ist im Wettbewerb nichts Ungewöhnliches. Versuche trotzdem möglichst ruhig zu bleiben und nicht vor lauter Aufregung zu hastig oder zu leise vorzulesen. Kleine Versprecher sind nicht tragisch; lass dich dadurch nicht aus dem Konzept bringen.

    • Gewinnen und in die nächste Runde aufsteigen wollen natürlich alle. Es kann aber immer nur einen ersten Platz geben – und sei es noch so knapp. Selbst wenn du vielleicht über das Ergebnis enttäuscht bist: Auch für die Jury gelten klare Richtlinien bei der Bewertung, und jedes Mitglied vergibt seine Punkte unabhängig.
    • Der Vorlesewettbewerb ist kein Leistungswettkampf, was zählt ist: Bücher erleben! Dabei sein, mitmachen und Spaß haben beim bundesweit größten Lesewettstreit!

Vorlese-Tipps zum Hören

Die Kollegen von radioMikro – dem Kinderradio des Bayrischen Rundfunks – haben Tipps zum Vorlesen gesammelt: Von der Auswahl des richtigen Buches bis zum Auftritt kannst du dich zusammen mit Harry Haspel vorbereiten.

Das richtige Buch

Die passende Stelle

Die Stelle vorbereiten und üben

Der Auftritt


Videos der Bundessieger

Mach dir ein Bild davon, wie ein Vortrag im Wettbewerb aussehen könnte! Unten findest du die Videos der Bundessieger der letzten Runden.

Bundesfinale 2014: Luis Omer Džananović


Bundesfinale 2013: Tom Niesporek


Bundesfinale 2012: Josephine Martz und Monique Roszak



Bundesfinale 2011: Alma Becker und Kushtrim Rusitovic


Es interessiert uns natürlich, welche Erfahrungen du beim Vorlesewettbewerb in der Schule und bei weiteren Entscheiden machst. Wir freuen uns über jeden Brief und jede E-Mail!